Designhelden

6. Forum Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln

Das Forum Mediendesign ist mittlerweile – nicht zuletzt aufgrund vieler hochkarätiger Vorträge von internationalen Designern – das größte regelmäßig stattfindende Mediendesign-Event, welches von einer Hochschule veranstaltet wird. Veranstalter ist der Studiengang Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln. Bereits seit sechs Jahren bringt das Forum Mediendesign Angehörige der Medienbranche im Museum Ludwig in Köln zusammen und hat sich als Plattform für Kreative und solche, die es werden wollen, bewährt.

Der Eintritt zum Forum Mediendesign ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Motto 2012: Designhelden

Designhelden sind oft ganz anders als man Helden so kennt. Es gibt sie natürlich, die Typen, die die Gefahr scheinbar anziehen. Die die unglaublichsten Situationen beim Kunden oder beim Dreh dann souverän meistern. Die nicht eine Spur von Angst zeigen, wenn in der Agentur in der Nacht vor der Präsentation wieder alles auf der Kippe steht. Sie sind so schön, so mutig, so unverwundbar und betreten die Bühne meistens nur als Klischees in Filmen oder Romanen über unsere Branche. Für die Wirklichkeit taugen sie nur bedingt.

Die wirklichen Designer sind von einer ganz eigenen Hingabe getrieben, im Großen wie im Kleinen. Stil, Überzeugungskraft, Durchsetzungsvermögen und eine Portion Humor sind mindestens genauso wichtig wie Können und hohe Qualität. Der leidenschaftlich gelebte Job ist ein Weg zum Erfolg, der leidenschaftlich geführte Kampf um die Realisation neuer Ideen macht Designer und Kreative oftmals zu Designhelden. Dazu gehören auch Scheitern, Nein-Sagen, Teamwork und eine gesunde Stehaufmännchen-Mentalität. Dieses Heldentum ist die Basis für Veränderung und Fortschritt und lässt nicht zuletzt die Produkte der Arbeit – Marken, Medien, Menschen oder eine gut gemachte Schrift – zu Helden werden. Ohne Designhelden gibt es keine Innovationen, keine guten Kampagnen, keine spannenden Websites und keine Awards. Ein hochaktuelles Thema sowohl für Profis als auch für alle, die es werden wollen. Was Designer hier leisten können, zeigt das Forum Mediendesign 2012.

Das 6. Forum Mediendesign bietet dem Besucher die seltene Möglichkeit, sich mit renommierten Größen aus Design, Werbung und Management auszutauschen: also genau mit jenen, die seit vielen Jahren selbst als Designhelden an vorderster Front gestalten und dafür zum Teil höchste Branchen-Preise und Auszeichnungen erhalten haben.

Ausführliche Infos zu allen Referenten und Vorträgen gibt es im Programm.

Plakate

Programm für den 03.11.2012

14:00 Uhr Begrüßung Prof. Dr. Dietmar Barzen, Vizepräsident Medien, RFH Köln
Prof. Dr. Stefan Ludwigs, Studiengangleiter Mediendesign, RFH Köln
14:15 Uhr Heldensagen – Vom Mythos und Mindset Mutabor  Johannes Plass, Kommunikationsdesigner, Mutabor Design, Hamburg
15:00 Uhr Der Editorial-Designheld: supergroß und megaklein – wie man Redaktionen führt und Leser befriedet Johannes Erler, Kommunikationsdesigner & Art Director, Stern, Hamburg
Henning Skibbe, Kommunikationsdesigner & Schriftgestalter, ErlerSkibbeTönsmann, Hamburg
16:00 Uhr Pause
16:30 Uhr All I have to do is dream Dirk Uhlenbrock, Grafikdesigner, Essen
17:15 Uhr The Tender Spot Mario Lombardo, Art Director & Designer, BUREAU Mario Lombardo, Berlin
18:00 Uhr Designhelden, und was von ihnen im digitalen Zeitalter übrig geblieben ist Robin Preston, Fotograf, London
18:45 Uhr Pause
19:15 Uhr Großstadthelden
Über bürgerliche Mitverantwortung von Designern in Berlin
Wolfgang Beinert, Kommunikationsdesigner & Typograph, Atelier Beinert, Berlin
20:00 Uhr Wann ist ein Held ein Held? Prof. Thomas Rempen, Kommunikationsdesigner, Büro Rempen
21:15 Uhr GetTogether

Kreative Highlights - Designhelden beim Forum Mediendesign

Der Studiengang Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln hatte geladen und acht Kreativgrößen und rund 800 Besucher waren gekommen: Am Samstag, 3. November 2012, fand das 6. Forum Mediendesign der RFH Köln im Museum Ludwig statt. Die bis über den letzten Platz hinaus besetzte Veranstaltung stand unter dem Motto „Designhelden“ und zog erneut ein breites Publikum aus Lehre und Praxis an – Studierende, Alumni, Lehrende, Kommunikationsdesigner und Mediengestalter.

Das diesjährige Forum Mediendesign begann mit tiefen Einblicken in die Agentur-Arbeit von Mutabor Design in Hamburg, präsentiert von Vorstand Johannes Plass. Den Abschluss bildete Branchen- und Werbelegende Prof. Thomas Rempen, der mit mahnenden Worten einen differenzierten Umgang mit dem Helden-Begriff einforderte und den Blick nicht nur auf kreative Highlights seines beeindruckenden Lebenswerkes lenkte, sondern auch auf die von ihm geschätzten „Hidden Heroes“, die stillen, heimlichen Designhelden, die niemand bewusst wahrnimmt.

Visuelles Feuerwerk

Dazwischen lagen intensive und spannende Vorträge, in denen sechs weitere renommierte Vertreter der Design-Zunft ihre Positionen und Werke zum Thema vorstellten sowie spannende Blicke in die Zukunft lenkten: so bot Mario Lombardo sehr intime und intensive Eindrücke in sein kreatives Schaffen, Dirk Uhlenbrock belegte die Netzhäute der Anwesenden mit einem visuellen Feuerwerk und Wolfgang Beinert präsentierte seinen Standpunkt zum Thema Designhelden am Beispiel einer ehrenamtliche Non-Profit-Initiative von Berliner Designern. Johannes Erler (Chefgestalter der Zeitschrift „Stern“) führte insbesondere den Studierenden sehr anschaulich vor Augen und Ohren, was es alles braucht, um ein Designheld zu werden. Der Schriftenentwerfer Henning Skibbe präsentierte am Beispiel des Redesigns der Süddeutschen Zeitung vielschichtige detailtypografische Heldentaten, die sich dem durchschnittlichen Leser in der Regel nicht direkt erschließen – ein tiefer Einblick in vollendetes typografisches Handwerk. Robin Preston, Londoner Fotograf und Photoshop-Guru, stellte mit seinem Beitrag unterhaltsam und eindringlich den Übergang von konventioneller Arbeit (sprich Werbung) zu freier kreativer Entfaltung dar und mahnte dabei die Besinnung auf gutes, solides Handwerk an – abgerundet durch eine Animation des Shootings der Zukunft.

Große und kleine Helden auf und hinter der Bühne

Neben 7 Stunden Vorträgen gab das Forum Mediendesign die Gelegenheit zu einzigartigen Begegnungen, spannenden Diskussionen und vielfältigsten Inspirationen. Den ganzen Tag über gab es im Foyer – wie jedes Jahr Anfang November – eine Ausstellung von gestalterischen Arbeiten und kreativen Projektergebnissen aus dem Studiengang Mediendesign zu sehen. Das pralle Programm gefiel, die Resonanz der Besucher fiel unterm Strich ausnahmslos positiv aus.

„Wie in den Jahren zuvor habe ich das Gespräch mit unseren Gästen gesucht, um herauszufinden, wie sie das Programm erleben“, resümiert Prof. Martin Teschner. „Die meisten fanden die Mischung aus fachlichem Anspruch und gestalterischen Inspirationen außerordentlich gelungen. Für viele machten die unterschiedlichen Positionen auf der Bühne den eigentlichen Reiz der Veranstaltung aus. Dabei dürfen wir nicht vergessen: möglich wurde das inzwischen sehr hohe Niveau dieses Events allein durch das beeindruckende Engagement der Studierenden aus dem 3. und 4. Semester – und all derer, die außerdem mitgeholfen haben.“ Auch wenn der Weg dahin manchmal steinig war, die zufriedenen Mienen auf dem abschließenden Gruppenfoto lassen einen gewissen Stolz auf den gelungenen Helden-Coup erahnen.

„Die Studenten kennen die professionelle Designwelt häufig nur über uns Dozenten. Für sie ist es von unschätzbarem Wert, die Vortragenden – so unterschiedlich wie sie sind – authentisch zu erleben. Die Botschaft ist: Egal wie du gestrickt bist, du kannst deinen Weg in die Medien machen, wenn du es willst und Deins findest“, so Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Ludwigs. „Für uns an der RFH wird es deshalb immer besonders wichtig sein, unsere Kontakte nach „draußen“ im Rahmen von Ringvorlesungen, Forum Mediendesign oder Presentation Day zu pflegen.“

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